BSV-Damen trotzen der Personalmisere – 3:1 gegen den TSV Zirndorf

Johanna Stelzer, Caro Glatkowski, Julia Meyer und Katha Weigel – alle nicht im Aufgebot. Britta Schneider zwar in der Turnhalle am Roten Main, aber nur an Krücken humpelnd – Andenken ans letzte Training.  Alex Soloninkin mit einem schmerzenden Knie nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Steffi Bauer nach einer unglücklichen Landung gegen Ende des ersten Satzes außer Gefecht. Genug der Hiobsbotschaften, nun die freudige Nachricht: Die Bayernliga-Damen des BSV gewannen am Sonntag trotzdem.

Gegen den TSV Zirndorf holten sie mit dem 3:1 (25:17, 25:18, 24:26, 25:12) alle drei Punkte, verbesserten sich in der Tabelle auf den fünften Platz und haben nach den Niederlagen von Hammelburg (daheim 1:3 gegen Abstiegskandidat Fürth) und Altdorf II (0:3 in Rottenberg) durchaus Chancen, sich noch weiter zu verbessern.

Die Bayreutherinnen hätten sich am Sonntag durchaus 25 Minuten Spielzeit und einen vierten Satz ersparen können, lagen sie doch nach den zwei gewonnenen Durchgängen schon wieder mit 22:16 vorn. Drei Punkte noch bis zum achten Saisonsieg? Denkste! 27 waren nötig.

Das Tabellen-Schlusslicht aus Mittelfranken wehrte sich nämlich gegen den amtierenden Vizemeister nach Kräften. Einen Matchball wehrte der Gast ab, holte dann auch die zwei folgenden Punkte zum 26:24 und erzwang einen vierten Satz. In dem freilich gab es nichts zu holen. Bayreuth gewann verdient und letztlich fast mühelos.

Dass es in Bayreuth kein Spiel im Intercity-Tempo werden würde, konnte schon ahnen, wer den ersten ellenlangen Ballwechsel aufmerksam verfolgte. „Der TSV Zirndorf ist spielerisch sicher etwas limitiert, hat aber heute sein Potenzial in Sachen Feldabwehr gut genutzt“, sagte BSV-Trainer Manuel Wolz. „Im Angriff konnte er uns freilich kaum gefährden. Und unsere Annahme war wieder ein Stück besser als zuletzt beim 2:3 in Bamberg.“ So gelang nach dem 16:14-Zwischenstand der Gewinn des ersten Satzes; im zweiten setzte sich der Gastgeber nach 13:12 mit sieben Punkten in Serie ab. Ein 5:0-Start in Abschnitt vier ließ nach dem Verlust des dritten keine Zweifel mehr aufkommen.

Wolz hatte trotz der vielen Ausfälle anfangs noch Selina Porzner und Egle Stakeliunaite in der Hinterhand behalten. Franziska Rumpp vervollständigte die prominente „Bank“ – die angriffsstarke Studentin aus der Vizemeistermannschaft 2025 ist nach ihrem Auslandssemester zurück. Da aber bei ihr in den letztem Monaten Volleyball kaum auf dem Stundenplan gestanden hatte, war sie nach nur einer Trainingseinheit vorerst nur als Ballholerin im Einsatz. „Zweite Zuspielerin, Ersatz-Libera oder Notlösung in der Mitte – ich war auf alles gefasst“, sagte die 20-Jährige lachend. Der BSV wird sie noch brauchen, auf außen.

Dort ist Egle Stakeliunaite – kam für Bauer – noch nicht die erhoffte große Verstärkung. Bei der Litauerin wechseln sich derzeit noch starke Szenen und leichte Fehler ab. Dafür überzeugte Ronja Meyer in der Mitte wieder. „Starkes Spiel von ihr“, lobte der Trainer. „Wir sollten uns keinen Druck machen, sondern einfach nur Spaß haben“, erzählte die Gelobte von der „Taktik“ für das Spiel, „aber richtig Spaß macht es doch nur, wenn auch ein Sieg dabei herausspringt.“

Rang drei ist nun nur zwei Punkte entfernt, wobei die Truppe von Wolz den Nachteil hat, dass sie bis Saisonende seltener im Einsatz sein wird (drei Mal) als die Konkurrenz aus Altdorf (4), Lengfeld (6) und Hammelburg (5). Das letzte Bayreuther Heimspiel gegen den TV Altdorf II steigt am 21. Februar um 19.30 Uhr; danach kommen im März Aufgaben in Lengfeld und in Ansbach.

Zirndorf indes hat den Relegationsplatz acht aus den Augen verloren bei acht Punkten Distanz zum in Hammelburg überraschend siegreichen Lokalrivalen TV Fürth 1860.

Bilder vom Spiel