„Wir müssen mit dem einen Punkt zufrieden sein und hatten Glück, dass es nicht 1:3 ausgeht.“ So sah Libera Maria Fichtel, so sah wohl die gesamte Damen-Mannschaft des BSV 98 Bayreuth das Bayernligaspiel bei der VG Bamberg. Die Bayreutherinnen hatten beim Drittletzten der Tabelle nach 2:11 Stunden mit 2:3 (17:25, 25:23, 13:25, 27:25, 11:15) verloren.
„Bamberg hat das gut gemacht. Wir machen es nächste Woche wieder besser“, äußerte sich BSV-Trainer Manuel Wolz, der sich vor dem Spiel noch mit seiner Bamberger Kollegin Nora Datz ausgetauscht hatte. Beide haben eine Trainer-Vergangenheit beim SC Memmelsdorf.
Für das von Maria Fichtel erwähnte Bayreuther „Glück“ sorgte eine Bamberger Spielerin. Sandra Kröll muss das gelb-blaue Runde beim Matchball für ihr Team im vierten Satz eigentlich nur noch ins leere Bayreuther Feld vor sich pritschen. Sie setzt den Ball jedoch ins Aus.
Der BSV nahm das Geschenk an, wehrte dank Ronja Meyer auch den zweiten Matchball ab, bekam selbst Satzball, weil Nina Baldini den gegnerischen Block geschickt anschlug, und erkämpfte sich den Tiebreak, als ein Meyer‘scher Notschlag aus der Mitte erfolgreich war. Der Tagessieg aber ging letztlich doch an die gegen den Abstieg kämpfende VG-Mannschaft. Alles andere wäre aus Bayreuther Sicht auch des Guten zu viel gewesen.
„Heute haben wir leider viel zu viele eigene Fehler in den verschiedensten Bereichen gemacht, hatten Netzfehler, haben leichte Bälle ins Aus gelegt oder ins Netz gebaggert“, fasste Fichtel die Einschätzung der BSV-Spielerinnen nach dem Spiel zusammen. „Zudem ist es uns nicht gelungen, den Gegner mit unseren Aufschlägen stärker unter Druck zu setzen. Nur die kurzen Aufschläge von Alex Soloninkin brachten die Bambergerinnen zum Nachdenken. Dazu haben uns die Wechseloptionen gefehlt.“
Damit sprach die 34-Jährige den vielleicht entscheidenden Punkt an. Bayreuth spielte ohne Vier; mit Selina Porzner fehlte dem Tabellensechsten beim -achten die in den letzten Spielen starke Diagonalangreiferin. Auch ihr Backup, Egle Stakeliunaite, stand nicht zur Verfügung, zudem mussten Caro Glatkowski und Julia Meyer passen. Trainer Wolz entschied sich für Stephanie Bauer als Porzner-Ersatz, ließ Antonia Meinhardt zunächst draußen, auch als Problemlösung, falls die Annahme schwächelt.
Kapitänin „Toni“ kam dann bei 12:12 im zweiten Satz. Bayreuth brauchte in der Tat mehr Stabilität in der Annahme. Im ersten Satz hatte man aufgrund der Mängel in diesem Bereich (und auch wegen drei Servicefehlern in Folge) nach dem 11:11 den Anschluss verloren. Mit Meinhardt und der ebenfalls eingewechselten Britta Schneider gelang dann der Zwischenspurt zum 22:19. Und Ronja Meyer erwies sich erstmals an diesem Tag als BSV-Versicherung gegen ausbleibende Satzgewinne, sie machte die letzten beiden Punkte zum Satzausgleich.
Prompt jedoch der Rückfall in die genannten Schwächen. Die Gastgeberinnen nutzten dies zu zehn Punkten in Folge zum 15:6! Und als der vierte Satz für den BSV nicht besser zu werden schien, nahm Wolz gleich bei 0:3 die erste und bei 10:16 die zweite Auszeit. Aber es gab ja noch Ronja Meyer. Mit ihr am Aufschlag verkürzte der BSV auf 18:19. Ein Meinhardt-Lob und noch ein Meinhardt-Lob – Bayreuth war auf 23:23 dran. Bamberg – diesmal betreut von Nora Datz, die den Klub im vergangenen April unter anderem gegen die N.H. Young Volleys aus Neudrossenfeld schon zur Rückkehr in die Bayernliga gecoacht hatte – profitierte nun von einem Netzkantenroller der starken Laura Rienecker – Matchball. Fortsetzung: siehe oben.
„Wir sind stolz, dass wir den vierten Satz noch drehen konnten, und enttäuscht, dass wir nicht ganz so gut unsere Leistung abrufen konnten wie letzte Woche beim 3:0 gegen Regensburg“, meinte der BSV-Trainer, nachdem der Rivale den fünften Satz nach dem 5:5 mit fünf Punkten in Folge für sich entschieden und damit auch den zweiten Saisonvergleich gewonnen hatte. „In der Abwehr sehen wir Verbesserungsmöglichkeiten“, verschonte er seine dezimierte Truppe vor harter Kritik. Am kommenden Sonntag (15 Uhr, Turnhalle am Roten Main) geht es daheim gegen Tabellenschlusslicht Zirndorf.