Wenn das mal kein guter Saisonendspurt ist: Mit dem fünften Erfolg aus den letzten sechs Spielen kehrten die Volleyballerinnen des BSV 98 Bayreuth aus Würzburg zurück. Im Gepäck: drei Punkte für einen 3:1-Sieg und einen Rekord für die diesjährige Bayernliga-Nord-Saison.
Denn nach einem 25:23 und einem 15:25 wollte der vermaledeite eine Punkt zum Gewinn des dritten Satzes lange, lange einfach nicht glücken. Nicht den Bayreutherinnen und auch nicht dem Gegner TSV Lengfeld. Sieben Mal Satzball hatte der Gast, beim 24:23 fing es mit Ronja Meyers Aufschlag an – das Annahmeteam machte den Punkt, Ausgleich. So erging es auch Katja Löhnhardt, Nina Baldini, Alexandra Soloninkin, Selina Porzner und Franziska Rumpp. Zwischendurch drehte der TSV den Spieß um und stand beim 27:26, 29:28 und 31:30 seinerseits vor dem Satzgewinn, den der BSV aber jeweils verhinderte. Erst nach 18 Ballwechseln in der Satzverlängerung und Aufschlägen von allen zwölf Spielerinnen kam es zur Entscheidung und dem 34:32 für den BSV. Einen Satz mit 66 Punkten hatte es in den 81 Liga-Partien 2025/26 zuvor noch nicht gegeben. Bisher hatten zwei 32:30 – mit Beteiligung von Bayreuth (in Altdorf) und Lengfeld (in Regensburg) – die Bestmarke dargestellt.
„Ja, da stand der Satz furchtbar lange auf des Messers Schneide“, sagte BSV-Trainer Manuel Wolz zu dem am Ende insgesamt 35 Minuten währenden Spielabschnitt. Allerdings hätten „im Verlauf des Satzes sieben Aufschlagfehler von uns“ das Spektakel erst möglich gemacht.
Der BSV hatte in Unterfranken mit Johanna Stelzer, Caroline Glatkowski, Julia Meyer und Egle Stakeliunaite „wichtige Spielerinnen“ (Wolz) ersetzen müssen. Doch mit Rückkehrerin Rumpp in der Startsechs war man personell mit dem starken Aufsteiger auf Augenhöhe und drehte nach anfänglichem Rückstand (7:11) mit vier Zählern in Folge zum 17:15 den ersten Durchgang. Wolz: „Da war gut, dass wir die Ruhe bewahrt haben und aus der Annahme quasi fehlerlos waren. Eine Steigerung in der Abwehr hat dann den Unterschied gemacht.“
„Unruhe durch viele Wechsel“ hätten dann für den Verlust des zweiten Satzes gesorgt. Der Coach hatte Kapitänin Antonia Meinhardt für Baldini und Britta Schneider für Ronja Meyer gebracht und dies dann (Baldini für Rumpp) teilweise revidiert. „Aber Mitte des Satzes haben wir jegliche Klarheit verloren“, musste Wolz zugeben. Durchgang drei (wieder mit der Startformation) war dann bis zum furiosen Finale schon eine Berg-und-Tal-Fahrt: 7:4, 8:9, 16:12, 18:19… Wolz holte Meinhardt für Soloninkin zum Aufschlag (was mit dem 21:20 belohnt wurde) und dann ganz kurz zur Verstärkung der Abwehr Blockspielerin Schneider für Zuspielerin Löhnhardt, doch das Spektakel nahm seinen Lauf, mit Happy-end für Bayreuth.
Den klaren vierten Satz erklärte Manuel Wolz mit der „verständlichen Enttäuschung bei Lengfeld“ nach dem Ausgang des vorangegangenen, mit einem körperlichen Substanzverlust der Gastgeberinnen und dem Ausscheiden der verletzten TSV-Angreiferin Katharina Weis. Das schmälerte aber nichts am Lob des Bayreuther Trainers für sein Team: „Perfekt orchestriert von einer Katja Löhnhardt, die vollkommen zurecht als MVP ausgezeichnet wurde, spielten auch Selina Porzner brutal gut im Angriff und Franzi Rumpp sehr stark.“ Dann versprach er für den letzten Auftritt am Samstag in Ansbach: „Bis dahin kommt noch Cleverness in den anderen Elementen hinzu.“ Unter Mithilfe der Konkurrenz kann der BSV in der Abschlusstabelle noch auf den vierten oder gar dritten Platz klettern.