Saisonendspurt beginnt: „Nicht nur Derby-Druck auf dem Kessel“

Viel Brisanz liegt im Spiel, wenn am Samstag um 19 Uhr in Neudrossenfeld die einheimischen N.H. Young Volleys auf die Damen des BSV 98 Bayreuth treffen. Die einen blicken in den Bayernliga-Abgrund, für die anderen steht (vielleicht) der Regionalliga-Himmel offen. Gut möglich: dass in der Saison 2025/26 zwei Klassen die aktuellen Klassenkamerad(inn)en trennen. Höchstwahrscheinlich: dass am Samstag die Halle der Friedrich-von-Ellrodt-Schule sehr gut gefüllt ist, denn die Gastgeber haben treue Anhänger und erwarten auch diverse Fans aus dem nahen Bayreuth.
„Wir werden alles geben, um den direkten Abstieg zu verhindern“, ist aus dem Rotmaintal nahe Kulmbach zu hören. Die Ausgangslage ist für die Neudrossenfelderinnen auf Platz sieben mit 21 Punkten und nur noch zwei Spielen in der Tat kritisch. Der Achte geht am Saisonende in die Relegation, die Teams auf den Rängen neun bis elf müssen in die Landesliga. Der ASV Veitsbronn (10) ist zwar bereits abgestiegen, und die SG Unterdürrbach/Röttingen (15) müsste gegenüber der Konkurrenz fünf Punkte gutmachen, was auch nicht wahrscheinlich klingt. Bleiben aber die TS Kronach und der TV Fürth 1860 mit je 20 Zählern. Wenn Kronach am Sonntag in Fürth gewinnt, kann der Aufsteiger vor seinem Saison-Finale gegen Hammelburg gleich an zwei Teams vorbeiziehen. Und Fürth hat danach noch in Unterdürrbach und Veitsbronn sehr gute Chancen zu punkten…
Die Young Volleys beenden die Runde indes in Rottenberg beim Tabellendritten, brauchen also Erfolgserlebnisse, um nicht auf Platz acht oder neun abzurutschen. „Es ist immer noch ein Team, das letztes Jahr in der Regionalliga die Klasse sportlich gehalten hat“, sagt BSV-Trainer Manuel Wolz über den Gegner, dessen Auftritt im Hinspiel in Bayreuth ihn ebenfalls warnt: „Das Ergebnis von 3:0 ist viel deutlicher, als es vor allem der Verlauf des dritten Satzes war. Da waren wir zweistellig hinten und konnten mit einer in Angriff und Aufschlag bravourösen Nina Baldini sowie einer maximal cleveren Zuspielerin Katha Weigel – beide ware ja von der Bank gekommen – das Ding noch drehen.“
Wolz und einige seiner Damen erlebten vor knapp zwei Wochen das 0:3 (19:25, 18:25, 18:25) der Young Volleys gegen den TSV Neutraubling, mit dem der BSV um den Titel streitet. „Da konnten sie nur phasen- und ansatzweise mithalten“, erinnert sich Wolz, verweist aber auf den Derby-Charakter der anstehenden Begegnung und auf den Druck, unter dem auch seine Mannschaft steht: „Im Fernduell mit Neutraubling zählt wieder jeder Satz. Damit ist zu Beginn des Saisonendspurts nicht nur Derby-Druck auf dem Kessel.“
Zur Erinnerung: TSV (47 Punkte, 50:13 Sätze) und BSV (44/47:13) führen die Tabelle an. Bayreuth spielt noch am 16. März um 12 Uhr in Zirndorf, Neutraubling dann eine Stunde vorher daheim gegen Veitsbronn, ehe es am 22. März um 15 Uhr im RWG zum Showdown der Beiden kommt.
Es könne am Samstag in Neudrossenfeld „komplizierter werden, als es die Ergebnisse zuletzt vermuten lassen“, sagt Manu Wolz. Grund: Krankheiten im Team. Der Coach: „Ich hoffe, wir haben nicht nur die Hälfte der Stammformation zur Verfügung, wie es vor kurzem noch aussah. Auch wenn wir tolle Backups haben und auch Spielerinnen aus den weiteren BSV-Mannschaften uns immer wieder aushelfen“, würde dies die Partie schwerer als erwartbar machen. Und: Die Neudrossenfelderinnen sind extra motiviert, weil es – wie sie schreiben – „für einige unserer Spielerinnen wahrscheinlich auch das letzte Heimspiel in ihrer Volleyballkarriere sein wird“.
Wolz abschließend: „Wenn wir gesund und somit fit sind, sollten wir Vorteile vor allem in der Annahme, mit unseren tollen Zuspielerinnen Katja Löhnhardt, Caro Glatkowski und Katha Weigel sowie in der generellen Spielanlage haben. Dazu kommen mentale Vorteile aufgrund unserer beeindruckenden Siegesserie.“