Ein Spiel mit vielen Geschenken: 3:0 der Bayernliga-Damen gegen Ansbach

In den Zuschauerreihen verteilte der Nikolaus seine Gaben, auf dem Spielfeld waren die Volleyballerinnen des TSV Ansbach II in Geberlaune und machten dem Gastgeber BSV 98 Bayreuth so manches Geschenk. So endete die Bayernliga-Begegnung mit einem deutlichen Heimsieg.

3:0 (25:10, 25:15, 25:17) hieß es nach nur 67 Spielminuten. Die Bayreutherinnen hätten ihre Kurzarbeit noch mehr Richtung Ein-Stunde-Marke reduzieren können, wären sie bis zum Schluss konsequent auf dem Gaspedal geblieben. Doch sieben Ansbacher Punkte in Folge zum 17:19 zögerten im dritten Satz den Schluss noch etwas hinaus und gaben BSV-Trainer Manuel Wolz Argumente für seine These: „Es geht immer noch besser. Wenn du in einem Punkt dein Ziel erreicht hast, musst du das nächste angehen.“ In diesem Fall war es die Annahme gegnerischer Aufschläge.

Am Ende blieb die Feststellung, dass es dem TSV-Team offenbar angesichts der letzten Vergleiche mit Bayreuth (vier Niederlagen, dabei nur ein Satzgewinn) von Anfang an an Entschlossenheit gefehlt hatte, dem „Angstgegner“ mutig entgegenzutreten. Als die Schützlinge von Stephan Schröder ihren dritten Punkt machten, standen schon zehn auf der BSV-Habenseite. Ansbachs Coach wechselte schnell (unter anderem auf der Zuspiel-Position), nahm beim 5:13 bereits seine zweite Auszeit, verhinderte damit einen Zwischenstand von 6:21 aber nicht.

In der Bayreuther Formation stand zu der Zeit mit Julia Meyer eine Spielerin der zweiten Reihe. BSV-Trainer Manuel Wolz: „Es war kein Geschenk zum Nikolaustag, dass sie spielte. Mit ihrem Trainingsfleiß hat sie sich den Einsatz verdient, und der war auch nicht einem vermeintlich nicht so starken Gegner geschuldet. Und sie hat es gut gemacht, hat ihre Stärken zum Einsatz gebracht.“

Der Einsatz dauerte zwei komplette Durchgänge. Auch im zweiten, als es zu Beginn bei der Heimmannschaft erstmals etwas hakelte (7:7), ließ Wolz die 25-Jährige auf dem Feld. Als bei 15:9 erst Caroline Glatkowski und später auch noch Egle Stakeliunaite kam, hatten Wolz‘ Damen bereits wieder das Kommando übernommen. „Wahnsinn, wenn man schaut, wer bei uns zuerst alles auf der Bank war“, verwies der Coach auf sein breites Auswahlspektrum. In Abschnitt drei, der beim 15:8 den an diesem Abend gewohnten Verlauf nahm, durften dann auch noch Nina Baldini und Alexandra Soloninkin ihr Können zeigen. Johanna Stelzer und Steffi Bauer fehlten diesmal.

Selina Porzner war gegen ihren einstigen Klub („Einige Spielerinnen kenne ich noch“) erneut in starker Form. „Ja, es läuft bei mir ganz gut“, sagte die  Punktesammlerin und meinte, dass der Gegner „diesmal deutlich unter dem geblieben ist, was man kann. Aber er hat nie aufgegeben.“

Die oben erwähnte Ansbacher Punkte-Rallye stoppte Bayreuth dann unter anderem mit zwei starken Blockaktionen in einem Ballwechsel zum 20:17. „Wir haben das Spiel sogar nutzen können, in Sachen Block-Taktik etwas auszuprobieren“, sagte der Trainer. „Es war gut, dass wir vor dem schweren Heimspiel gegen Hammelburg am kommenden Sonntag die Belastung verteilen konnten.“ Mittelblockerin Ronja Meyer fügte hinzu: „Gut auch, dass wir diesmal nach 2:0-Führung letztlich auch den dritten Satz erfolgreich gestaltet haben. Das war uns ja gegen Lengfeld nicht gelungen.“

Der BSV hat als Sechster nun 15 Punkte und sieben Zähler Distanz zum ersten  Abstiegsplatz. „Das Thema Abstieg hat die Presse aufgemacht, ich schaue gar nicht nach unten“, betonte Manuel Wolz und schob zur Untermauerung der These hinterher: „Wir haben jetzt nur noch einen Punkt Rückstand auf Lengfeld, können Hammelburg demnächst hinter uns lassen. Und Altdorf ist auch nicht weit weg.“ Rang drei also längst keine Utopie, ergänzt „die Presse“. Aber geschenkt gibt es den sicher nicht.