Das war ein Statement! Beim Gastspiel des Tabellenzweiten SG Donau Volleys Regensburg in Bayreuth zeigten die BSV-Damen in der Bayernliga mal wieder Vizemeister-Form. Die Mannschaft von Trainer Manuel Wolz brachte dem bisher starken Aufsteiger mit 3:0 (25:18, 25:19, 25:20) die zweite Saisonniederlage bei und raubte ihm die gute Ausgangsposition für den Titel-Dreikampf mit dem TSV Eintracht Rottenberg und dem TV Altdorf II. Oder mischt gar noch der TV/DJK Hammelburg mit?
Der BSV indes nimmt weiter Rang sechs ein und wird wohl nicht mehr viel höher steigen (und sicher nicht tiefer sinken). Das aber nimmt vor den Spielen in Bamberg, daheim gegen Zirndorf und Altdorf sowie zum Abschluss in Lengfeld und Ansbach jeglichen Druck.
Gegen die Donau Volleys (Hinspiel 1:3) war der BSV in keinem einzigen Satz in Gefahr geraten. 21:15, 21:16, 20:15 lauteten die jeweiligen Zwischenstände vor der Crunchtime. „Richtig gut gespielt. Aber man muss den Fans ja auch was bieten“, meinte Selina Porzner mit einem Lächeln, neben ihr eine kleine Gruppe mit „Selina“-Plakaten. Die Bayreuther Diagonalangreiferin hatte aus einer homogenen Truppe noch ein wenig herausgeragt, für viele Punkte gesorgt, fast schon logischerweise auch den Matchball verwandelt. „Aber eigentlich hat es in allen Bereichen gestimmt“, sagte Libera Maria Fichtel und verriet einen für den Erfolg wichtigen Aspekt: „Wir haben verstärkt Annahme trainiert, nachdem die zuletzt nicht so gut geklappt hatte.“
Und davon profitierten alle. Katja Löhnhardt konnte die Bälle präzise und variabel zuspielen, Porzner, Nina Baldini und Antonia Meinhardt griffen erfolgreich an, Ronja Meyer und Britta Schneider, die diesmal zunächst den Vorzug vor Alexandra Soloninkin erhalten hatte, machten die Mitte nicht nur dicht, sondern trugen auch offensiv diverse Zähler bei. Dabei hatte Meyer in Vanessa Wittmann ein körperlich klar überlegenes Gegenüber, an dem sie aber oft vorbeikam. Hinzu kamen gute Aufschläge, so dass Regensburg (ohne die im Hinspiel herausragende Sophie Bittl) nie zu seinem Spiel fand.
Während BSV-Coach Manuel Wolz im ersten Satz nur Julia Meyer ein wenig Spielpraxis verschaffte und im zweiten mit Soloninkin für Schneider und Johanna Stelzer für Meinhardt an den richtigen Stellschrauben drehte, baute sein Kollege Fernando Acosta Ruiz im Laufe der nur 76 Spielminuten insgesamt gleich elf Mal um, deutliches Indiz für seine Unzufriedenheit. Doch weder die auf die Diagonalposition wechselnde Stellerin Elena Lüftl noch die anderen waren an diesem Abend in der Lage, den starken Bayreutherinnen Paroli zu bieten.
„War schon ein bisschen wie bei unserer langen Siegesserie zur Vizemeisterschaft in der Vorsaison“, meinte Ronja Meyer. Sie hatte im ersten Durchgang die Punkte 24 und 25 gemacht und auch im zweiten den Schlusspunkt gesetzt. 15:14 führten die Gäste dann in Satz drei, als die Nummer 3 des BSV mit dem Service an der Reihe war. Danach hieß es 20:15 für Bayreuth…
Trotz des dritten 3:0 der Saison (insgesamt sieben Siege und sechs Niederlagen) sind es in der Tabelle immer noch sechs Zähler Abstand zum Zweiten und zum Dritten, fünf Runden stehen noch aus. In Bayreuth wird deshalb keiner von Großem träumen, sondern kleine Ziele ins Auge nehmen. Eines könnte am kommenden Sonntag die Revanche an der VG Bamberg für das Heim-1:3 im Hinspiel sein, damit nicht nur in der Tabelle (21:12 Punkte) zum Ausdruck kommt, wer die Nummer zwei in Oberfranken (hinter Regionalligist VGF Marktredwitz) ist.
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