Herren 1: Es riecht nach einem Relegations-Turnier

Das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt ohne Umwege glimmt noch. Doch viel wahrscheinlicher ist, dass die Herren des BSV 98 Bayreuth Mitte April in Türkheim (Unterallgäu) über die Relegation versuchen müssen, ihren Platz in der Regionalliga Süd-Ost zu halten. Dafür sorgten die Resultate am vorletzten Spieltag der Punkterunde mit dem 1:3 (24:26, 29:27, 22:25,18:25) der Oberfranken am Sonntag (12. März) beim TSV Mühldorf.
Die Partien des Samstags hatten im Lager des BSV Optimismus geweckt: DJK München-Ost/Herrsching II, der Rivale im Kampf um Rettungsplatz sieben, hatte nämlich bei Absteiger Dachau einen Zähler liegen lassen (3:2), der MTV München hatte mit dem 3:2 in Eibelstadt die Aussichten der Mühldorfer auf den Titel in den Keller gefahren. Würden es die Innstädter also gegen Bayreuth etwas gemächlicher angehen lassen? Ein Erfolg in Mühldorf hätte nun dem Aufsteiger aus der Wagnerstadt gereicht, um die Herrschinger am letzten Spieltag mit einem Sieg über Schwaig auf jeden Fall abzufangen. Nun aber ist klar: Der BSV wird nur dann Siebter, wenn er am Samstag (19.30 Uhr, Halle am Roten Main) 3:0 oder 3:1 siegt und München-Ost/Herrsching daheim gegen Zirndorf weniger als zwei Sätze holt.
Die Frage nach Motivation und Einstellung von Gastgeber Mühldorf war schnell geklärt: „Die haben ja nur einen sehr kleinen Kader, da kann man gar nicht seine zweite Garnitur aufbieten. Von mangelndem Ehrgeiz war jedenfalls nichts zu erkennen“, sagte BSV-Kapitän Fabian Buck. „Heimsieg für die Fans und Vizemeisterschaft“, lautete dann auch das Motto der Oberbayern um Spielertrainer Michael Mayer. Der Ex-Nationalspieler ließ indes zunächst die anderen machen, wechselte sich in den ersten drei Sätzen jeweils nur für mehr oder weniger lange Phasen ein und spielte lediglich im Schlussabschnitt fast voll durch.
Die Bayreuther (mit Wißling, ohne Fredersdorf und Schröder) begannen mit Tim Gamisch auf dem Zuspiel. Und sie begannen gut, führten nach einer Fünfer-Serie 13:8. Auch als Gamisch vorübergehend von Angreifer Florian Drescher ersetzt wurde (Milan Dörnhöfer dafür als Steller), blieb die Führung erhalten (17:13, 20:17). Wie schon diverse Male zuvor misslang es aber, den Sack zuzumachen. Zwei Satzbälle nutzte der Aufsteiger nicht, Mühldorf verbuchte mit seiner überzeugenden Blockabwehr vier Zähler in Serie zum Satzgewinn.
Same procedure in den nächsten Sätzen. Der Gast fing jeweils gut an (13:10 im zweiten, 13:7 im dritten), doch zum Satzende hin wurde es eng. Im 30 Minuten langen zweiten Durchgang wurde der Bayreuther Kampfgeist wenigstens belohnt. Der BSV – nach dem 5:5 wieder mit Dörnhöfer statt Gamisch als Regisseur – verhinderte bei 25:26 und 26:27 den zweiten Satzverlust und glich stattdessen aus. In dieser Phase verdienten sich die Oberfranken wohl auch die Komplimente, die sie nach dem Spiel aus Mühldorf bekamen: „So werdet ihr die Relegation glatt überstehen.“
Keinen langen Bestand hatte in Satz drei der Sechs-Punkte-Vorsprung des BSV. Mühldorf war schon beim 13:13 wieder dran und setzte sich nach dem 19:19 entscheidend ab. Beim Gast schien nun die Luft raus, im vierten Satz (mit Lukas Neidl im Bayreuther Angriff) geriet man rasch klar ins Hintertreffen (1:6), kämpfte sich noch einmal auf 7:9 heran, um dann beim 10:18 schon wieder weit weg zu sein von einem Satzgewinn, der einen wichtigen Punkt für die Tabelle beschert hätte. Im 19. Saisonspiel blieben die Bayreuther somit nach 107 Minuten reiner Spielzeit zum sechsten Male ohne Ausbeute. Dank ihres Satzkontos (38:39) würden sie am kommenden Samstag im Falle eines klaren Sieges über Schwaig (3.) noch Siebter werden, falls München/Herrsching (41:41) ohne Zähler bleibt. Das aber ist kaum anzunehmen, denn der TSV Zirndorf – vor vier Wochen noch Zweiter – reist mit einer Serie von vier Niederlagen in die Landeshauptstadt. Ihn könnte höchstens noch motivieren, dass bei einer weiteren Schlappe selbst Rang sechs verloren geht.