Ob es daran lag, dass die Herren IV als alte Hasen nur zu gut wissen, dass es am besten ist, so schnell wie möglich zu gewinnen? Schließlich sind die meisten im Team über 60, und da weiß man halt, dass jeder nicht gespielte Satz beim Aufstehen am nächsten Morgen auch nicht in den Knochen zwicken kann. So oder so, Trainer Siegfried Maisel, der seine „Oldies“ in gewohnt sachlicher und sachkundiger Weise eingestellt und gecoacht hatte, war nach den 3:0-Siegen gegen die eigene BSV-Dritte (25:20, 25:22, 25:19) sowie die Fighting Knights Kronach II (25:15, 25:7, 25:22) sehr zufrieden.
Auch deshalb, weil sich seine in der Vorwoche erstmals angebotene Zusatz-Trainingsstunde, in der es fast ausschließlich um Ballkontrolle insbesondere in der Annahme sowie im Zuspiel ging, offensichtlich voll ausgezahlt hatte. Die Annahme – in der Vorsaison oftmals etwas wackelig – war diesmal über weite Strecken sehr stabil, sodass die Zuspieler Stefan Kritzenthaler (gegen BSV III) und Markus Kretzschmann (gegen Kronach) ein variables Angriffsspiel aufziehen konnten, das auch einige Highlights wie Schnellangriffe über die Mitte bot.
Viel wichtiger aber war, dass die Fehlerquote in beiden Spielen sehr gering gehalten wurde. Auch wenn ein Angriff mal nicht optimal ausfiel, wurde der Ball meist trotzdem noch ins gegnerische Feld gespielt, ganz nach dem Motto: „Dem Gegner die Chance geben, selber den Fehler zu machen.“ Hinzu kamen der eine oder andere – teils spektakuläre – Block durch die „Riesen“ Bernd Ruhs, Hartmut Joost und Andy Wichtel, aber auch durch Heiner Meyer, der auf der eher ungewohnten Mittelblockerposition sehr gut agierte. Nicht zuletzt gehörte zu einer insgesamt guten Mannschaftsleistung auch eine stabile Abwehr, die viele gegnerische Angriffe unschädlich machte.
Gegen BSV III konnte auch eine versehentlich „falsche“ Aufstellung im ersten Satz die Oldies nicht stoppen. Wobei sich die neu formierte Dritte gut schlug und sich in keinem der drei Sätze wirklich abschütteln ließ. Im Endeffekt sorgte die insgesamt höhere Fehlerquote der Youngster dafür, dass der klare Sieg der Vierten nie gefährdet war.
Noch deutlich klarer lief es dann gegen Kronach II. Die ebenfalls sehr jungen Frankenwälder, die zuvor BSV III in einem umkämpften Spiel 3:1 (25:18, 21:25, 25:18, 25:22) geschlagen hatten, kamen vor allem in den ersten beiden Sätzen mit den Bayreuther Aufschlägen und deren auch ansonsten druckvollen Spiel nicht zurecht und reihten gleich mehrere Fehlerserien aneinander. Auch als Kronach diese Schwäche im dritten Satz abgelegt hatte, geriet die Vierte nur kurz in Schwierigkeiten, behielt die Ruhe und sicherte am Ende den optimalen Saisonstart.

