Der Nachmittag ist schnell auf einen Nenner gebracht: Kein Mittel gegen Sophie Bittl. Die überragende Diagonalangreiferin der SG Donau Volleys Regensburg besiegte in der Volleyball-Bayernliga Nord beim 3:1 die Damen des BSV 98 Bayreuth zwar nicht im Alleingang, war aber in der Halle des Albertus-Magnus-Gymnasiums bei weitem die Größte.
Und das mit einer Körpergröße von nur 1,79 Metern, die am 2,24 Meter hohen Netz nicht gerade als furchteinflößend gilt. Aber die Rechtsreferendarin am Landgericht Regensburg war einfach nicht zu bremsen, war vor allem auch mit ihren Hinterfeldangriffen – Achtung Wortspiel – unerbittlich. „Na gut, dann spielen wir halt noch mal ‚Alle gegen die Nummer 9‘“, hatte BSV-Trainer Manuel Wolz sein Team vor dem vierten Satz noch mal auf die Taktik des Gegners, vor allem Sophie Bittl zu suchen, hingewiesen. Vergeblich. Am Ende stand das 1:3 (25:21, 16:25, 19:25, 18:25) aus Bayreuther Sicht, die zweite Niederlage des Vizemeisters im vierten Saisonspiel. „Dass jemand von der Drei-Meter-Linie den Ball beim Gegner auf den Boden haut, habe ich in der Liga noch kaum erlebt“, lobte Wolz die Matchwinnerin.
Bittl, eigentlich als Mittelblockerin in die Saison gestartet, wurde nach ihrem erst zweiten Einsatz als Diagonalspielerin wie schon bei der Premiere (3:1 in Zirndorf) wieder als wertvollste Akteurin des Tages ausgezeichnet. Ihr Team schwimmt weiter auf der Erfolgswelle. Nach dem ersten von fünf Heimspielen in Folge (darunter die „Kracher“ gegen Rottenberg und Altdorf) hat der Aufsteiger elf von zwölf möglichen Punkten auf dem Konto.
Bei zwölf Zählern will der BSV Mitte November nach den Aufgaben gegen Bamberg (9.11.) und in Zirndorf stehen. Doch dazu muss sich die ganze Mannschaft sehr steigern und vielleicht auch noch ein angekündigter Neuzugang gut einschlagen. In der Oberpfalz war der BSV am Samstag von einem Punktgewinn doch recht weit weg. „Wir schließen unsere Angriffe viel zu selten so ab, dass der Gegner keine Chance mehr hat“, resümierte der Coach. „Und wenn er uns dann nicht mit vielen eigenen Fehlern hilft, kommt so was raus wie in Regensburg.“ Selbst nach dem gewonnenen ersten Durchgang hatte Wolz schon erkannt: „Das war mehr ein Produkt der Anfangsschwäche der Donau Volleys unter anderem bei den eigenen Aufschlägen als unser Verdienst.“
Ohne die erkrankte etatmäßige Libera Maria Fichtel (dafür Katharina Weigel) und erneut mit Caroline Glatkowski im Zuspiel lief es für den Gast zunächst passabel. „Die druckvollen Aufschläge der Bayreutherinnen haben uns im ersten Satz ordentlich ins Schwitzen gebracht“, gab man in Regensburg nachher zu. Vor allem Serien von Glatkowski (zum 13:7) und Antonia Meinhardt (von 16:14 zum 21:14) waren für den Satzgewinn, bezeichnenderweise nicht durch eine harte Attacke, sondern durch einen Lob von Selina Porzner, verantwortlich. „Aber schon da haben wir in Phasen wie bis zum 23:18 gewackelt“, sagte Meinhardt. „Und in den Sätzen danach wurde das immer schlimmer.“
Die Gastgeberinnen steigerten sich, Bittl legte los, Bayreuth legte das Heft des Handelns aus der Hand. Über 9:16 ging der zweite Satz verloren. Vor dem dritten nahm Wolz Meinhardt beiseite. „Sie sollte wieder ihre Stärke des Antizipierens zur Geltung bringen“, lautete die Ansage. Beim 10:10 war die BSV-Kapitänin wieder auf dem Feld, beim 17:17 machten die Donau Volleys aber vier Punkte in Folge, nach dem 21:19 gleich noch mal.
Bis zum 10:12 aus BSV-Sicht verlief der vierte Satz recht ausgeglichen, dann machten Bittl und Co auch dank starker Feldabwehr den Sack und eroberten zumindest für eine Nacht die Tabellenführung. Manuel Wolz verzichtete weitgehend auf Wechsel; drei seiner zwölf Spielerinnen blieben ohne Einsatz.