Rund viereinhalb Stunden nach dem ersten Aufschlag des Tages erfolgte der letzte. Es war der neunte Satz und der zweite Matchball für die Herren 1 des BSV 98 Bayreuth am ersten Landesliga-Spieltag in der Turnhalle am Roten Main. Der Ball landete hinten im Feld der TS Lichtenfels zum 3:2 (25:17, 21:25, 26:28, 25:14, 15:13) für die Hausherren. Das brachte die Punkte vier und fünf für die Tabelle, denn im ersten Spiel hatte sich der BSV bereits gegen DJK VC Amberg II mit 3:1 (21:25, 25:19, 25:18, 25:17) durchgesetzt.
„Fünf-Satz-Sieg, Fünf-Satz-Sieg!“, hatte es bereits 40 Minuten vor dem Schlusspunkt durch die Halle getönt. Da hatten die Bayreuther um Libero Jörg Fredersdorf zwar gerade nach dem zweiten auch den dritten Satz gegen die Lichtenfelser abgegeben. Doch die Fans spürten, dass hier mehr drin war.
Und der Bayernliga-Absteiger schaffte den zweiten Turn-around, nachdem er schon in den Mittagsstunden das 21:25 zum Auftakt gegen die Amberger auf recht souveräne Art und Weise umgedreht hatte. Gegen die Korbstädter starteten Kapitän Jonas Faull und Kollegen dann konzentrierter, ließen nach gewonnenem ersten Abschnitt dann aber beim Zwischenstand von 14:14 im zweiten vorübergehend wieder nach und standen mit dem Rücken zur Wand. „Da haben wir dem Gegner mit vielen eigenen Fehlern aber auch sehr geholfen“, analysierte BSV-Spielertrainer Alexander Schmiedel nachher. Der Block packte nicht mehr so wirkungsvoll zu wie in vielen Szenen vorher und nachher. Der Aufsteiger und Oberfranken-Rivale durfte kurz vom Sieg träumen, wurde aber dann doch gestoppt, wobei der Tiebreak auch nach dem 4:1 und dem 11:9 aus Bayreuther Sicht noch eine spannende Angelegenheit wurde.
„Wenn alle bei uns ihr Potenzial abrufen, sollten wir in der oberen Tabellenhälfte landen“, meint Jörg Fredersdorf. „Die Jungen wie Christian und Niklas Kov haben ihre Sache schon diesmal sehr gut gemacht.“ Möglicherweise gibt es schon bald noch eine Verstärkung im Außenangriff.